Sonntag, 30. April 2017, 17 Uhr
Praetorius²
Musik von Michael Praetorius und Zeitgenossen
Abschiedskonzert der Egidier Kirchenmusikerin Pia Praetorius

Solisten, Stipendiaten der Musikwerkstatt, Egidienchor, Renaissance-Orchester mit Zink, Posaunen, Dulzianen, Gamben, Flöten, Harfe, Salterio, Orgel
Leitung: Pia Praetorius
Karten

Michael Praetorius widmete 1619 den „Edlen, Ehrenvesten/Fürsichtig unnd Hochweisen Herren Burgermaister und Rahtt der heiligen Reichs Hochlöblichen Stadt Nüremberg“ den dritten Band seines Theoriewerkes „Syntagma musicum“, das für uns heute eine unschätzbare Quelle für die Aufführungspraxis des frühen 17. Jahrhunderts darstellt und als Lehrwerk zu seiner Zeit weit verbreitet war.

Michael Praetorius beschreibt darin anschaulich, wie Kirchenräume in dieser Zeit inszeniert wurden, Sänger und Instrumente in den vielfältigsten klanglichen Kombinationen miteinander musizierten und durch mehrchörige Aufstellungen im Raum für die Hörer ein besonderes Klangerlebnis erreicht wurde.

Für diese Praxis, die aus Italien stammend bald in Deutschland und wie wir wissen auch in Nürnberg ihre begeisterten Anhänger fand, komponierte Praetorius herausragende Werke.

Diese werden im Konzert ebenso zu hören sein, wie seine – übrigens auch in Nürnberg gedruckten –frühen lateinischen Werke im Stil des 16. Jahrhunderts, die von beeindruckender Klanglichkeit und Intensität sind. Berühmt war er auch für seine Choralvertonungen, wofür „Es ist ein Ros entsprungen“ sicherlich das populärste Beispiel ist. Die im Konzert zu hörenden Choräle werden in ihrer Schlichtheit einen ruhigen Kontrast zur Klangpracht der vielstimmigen Konzerte bilden.

Die Egidier Kirchenmusikerin wählte zum Abschluss ihres achtzehnjährigen Wirkens an St. Egidien Musik von Michael Praetorius, den sie mit diesem letzten Konzert als Egidier Kirchenmusikerin besonders ehren möchte.