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Musik an St. Egidien Nürnberg

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Presse
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"Bach leuchtet"  - Bachs h-moll Messe mit einer Installation von Fred Pommerehn am 10. und 11. Oktober 2009
Nürnberger Nachrichten vom 12.10.09
Zweimal Bachs erfrischende «h-moll-Messe« in St. Egidien
Als Glücksgriff erwies sich die eigenwillige Bach-Lesart von Pia Praetorius, mit der sie die h-Moll-Messe in frischem Glanz erstrahlen ließ.
Die spannende Aufführung von «Bach leuchtet« in der Egidienkirche mit der quirligen, detailfreudigen Dirigentin profitierte freilich nicht nur durch die Einladung des erstklassigen, historisch orientiertem Ensemble «L’Arpa Festante«. Auch wenn die weichen, wohlgerundeten Klangkonturen der Traversflöten, die prachtvoll schmetternden Barocktrompeten oder die akzentreiche, markante Rhetorik kurzbögiger Saiteninstrumente zum Gelingen beigetragen haben mögen: Es bleibt die entschlossene Neuaufteilung der Chor- und Solistenstimmen durch die Egidienkantorin, die diesen Klangfarbenreichtum erst zur Geltung brachte.
Praetorius agiert da entschlossen im Sinne der Dramaturgie – und vielleicht auch im Fahrwasser der zeitgenössischen Bedürfnislage einer Hörerschaft, die sich im Spiegel einer solistischen Darbietung und der Hervorhebung von einzelnen, individuellen Stimmen leichter erkennen und orientieren mag als unter der weiten Kuppel eines verschmelzenden Chorklangs. Die weitgehende Zweiteilung des insgesamt 33-köpfigen Egidienchors, der nur die Gipfelpunkte in voller Stärke ansteuert, verleiht der Dynamik ungeahnte Flügel.
Dessen Aufwertung geschieht subtil – durch gezielte solistische Glanzpunkte auch innerhalb der Chorpassagen, was die Grenzen zwischen den sechs Vokalsolisten auf dem Podium und den beiden, jeweils seitlich der Bühne positionierten Chören verschwimmen lässt. Maßvolle, «protestantische« Einordnung der Vokalsolisten in den Chorklang - oder barocke Theatralik: Die Auswahl ist groß. «Bach leuchtet« in der vollen Egidienkirche überzeugte mit frischen Klangkonturen, einem stimmkräftigen Egidienchor, dem schwungvoll und farbenreich musizierenden Ensemble «L’Arpa Festante« und hervorragenden Solisten wie dem Altus Franz Vitzthum, der seine «Agnus Dei«-Arie beseelt zum Schweben brachte.
Die Lichtregie Fred Pommerehns, der mit teils bonbonfarbenen Lichtsäulen einen Lichtdom vor den Altarraum zauberte, wäre bei einem Popkonzert allerdings vermutlich durchgefallen.

Nürnberger Zeitung 12.10.09

Grund zum Nachdenken gibt wohl jede Aufführung von Bachs h-Moll Messe – gleich, ob nun ein Vertreter der «historisierenden» Aufführungspraxis zu Werke geht oder ein traditionell orientierter Interpret die große Orchesterkulisse bevorzugt. Die Wiedergabe durch Pia Praetorius mit dem Ensemble «L’arpa festante», Solisten und dem Egidien-Chor öffnete jedenfalls Perspektiven für ein stringentes stilistisches Konzept.
So wird ein relativ kleines, rund fünfundzwanzig Musiker umfassendes Orchester mit Originalinstrumenten von einem zweigeteilten Chor im Halbrund umrahmt, während Solisten in erhöhter Position in der Mitte des Altarraums ihre Plätze einnehmen. Der experimentierfreudigen Dirigentin liegt das Wechselspiel von solistischer und chorischer Besetzung besonders am Herzen. So lässt sie taktweise Textpassagen, die üblicherweise dem Chorplenum übertragen werden, in kleiner Besetzung von den «Concertat-Stimmen» (Solisten) und den «Ripieno»-Sängern des Egidien-Chors ausführen. Damit erschien der Tutti-Klang mitunter differenzierter, förderte auch Farben und Register zutage, was überzeugend im «Et ressurexit» und «Osanna in excelsis» gelang, weniger aber im zerfasert tönenden «Gloria».
An Schwung mangelt es dieser akkurat vorbereiteten Aufführung nicht. Euphorisch, vehement, fegten die Chorfuge «Et resurrexit» und das temporeiche «Osanna» durch den Kirchenraum. Da spürte man Bachs Riesenkraft, auch Innig-Zartes, Geheimnisvolles in den Abgründen des dreiteiligen Kyrie, ehe sich die Szene im «Gloria» erhellt. Nach dem gedehnt wiedergegebenen «Confiteor» ließ das Vivace Allegro «Et exspecto» die Zuhörer hochschrecken.
Lobenswerte Beweglichkeit bewiesen die Chöre in den fugierten Teilen. Auch die Solisten (Concertat-Stimmen) fügten sich in das Konzept trefflich ein, insbesondere der unmaniriert counternde Altus von Franz Vizthum und der profunde Bass von Raimund Nolte. «L’arpa festante» imponierten mit fabelhaften Bläsern.
Inwieweit man sich mit der hochragenden, im Altarraum installierten, glamourös illuminierten «Lichtorgel-Architektur» Fred Pommerehns anzufreunden vermag, ist eine Geschmacksfrage. Das visionäre Flackern im Agnus Dei siedelt jedenfalls gefährlich an der Grenze zum Kitsch. Und: Eine Messe, auch wenn sie außerhalb des liturgischen Ablaufs steht, durch eine 25-minütige Pause zu unterbrechen, erscheint dramaturgisch unverständlich.


"Morgenland und Abendstern" innerhalb der ION-Nacht am 27.06.2009
Kritik im DLF im Musikjournal am 29.05.2009
Balsam für die Seele: die stimmlich präzise Präsentation mittelalterlicher
Stundenbücher durch „schola cantorum nürnberg“. Ein Abend, der
grandios mit zeitgenössisch interpretiertem indischen Dhrupad-Gesang
von Amelia Cuni kombiniert wurde. 
Faszinierend, wie diese Hohepriesterin des gesungenen spirituellen Wortes
ihre Stimme zart, aber dennoch kraftvoll durch die farbig illuminierte
Egidienkirche schwingen lässt: ein musikalischer Hochgenuss - heilende
Klänge von unglaublicher Schönheit, Poesie und seelischer Tiefe. Einmal
mehr ein Beweis dafür, dass der eingeschlagene Weg, den Begriff „Musica
Sacra“ über das Christliche auszuweiten, richtig ist. Vor allem dann, wenn
er wie in Nürnberg mit hoher Qualität und Experimentierfreudigkeit
gepaart ist.

Nürnberger Nachrichten vom 29.06.09
Sehr eindringlich und in kontrastierendem Wechsel hatte Pia Praetorius in der Egidienkirche Amelia Cuni mit indischem Dhrupad-Gesang (und Tanz) und ihre Schola Cantorum Nürnberg verbunden, die in edel-herber Manier mitteralterliche und Renaissance-Weisen sang. Der Clou: Beide trugen aus Stundenbüchern ihrer jeweiligen Kulturkreise vor, die gesungene Gebete bündeln.
Bühnendesigner Fred Pommerehn hatte in den Chorraum große Luftballons hängen lassen und leuchtete die Installation wie die Sänger subtil aus. Das entfaltete eine hohe atmosphärische, recht schwingende Dichte.

Portrait  über Pia Praetorius: NZ 28.02.2009

Interview NZ bei youtube

Konzert zum Wiederaufbau Egidiens mit Videoinstallation am 08.03.09
Nürnberger Zeitung 10.03.09

St. Egidiens Aufstieg aus dem Schrecken
Bis auf den letzten Platz füllte das Publikum den Kirchenraum in St. Egidien, als Pia Praetorius den Einsatz gab für das Gedenkkonzert «50 Jahre Wiederaufbau«. Ein kontrastreich gebautes Programm mit schlichten Renaissance-Texten und expressiven Klängen des 20. Jahrhunderts sorgte für Spannung. Der neutönerische Stachel der von Ernst Kreneks l942 für gemischten Chor komponierten Klagegesänge, «Lamentatio Jeremiae Prophetae«, machte betroffen. Der Klang gibt sich dissonanzfreudig. Souverän meisterte der Chor die ariosen Zuspitzungen. Auch die Gattung des Streichquartetts setzte schockierende Akzente. Mit wütender Kraft wurden die Sforzato-Fortissimi im 8. Streichquartett op. 110 von Dmitri Schostakowitsch vorwärts gepeitscht. Zwischen dem Allegro molto und dem grotesk-galgenhumorigen Mittelsatz sorgte Kreneks «Lamentatio Jeremiae« für aufrüttelnden Kontrast – ein gelungener dramaturgischer Kunstgriff. Souverän gelangen dem Hartlieb Quartett der wilde Bewegungsfluss, die Symbole der Brutalität und der erschütternde Finalschluss.
Synchron zu den musikalischen Beiträgen belichteten Jeanette Heller und Stephan Windischmann anhand von Archivmaterial die Ereignisse via Leinwand bis hin in seitliche Kirchenwände. Dabei geriet Schostakowitsch zum Soundtrack für Bombenhagel und Nürnberger Trümmerlandschaften. Flammen umzügelten gar Kreneks Klagegesänge. Die Zuhörer zollten der aufwendigen Produktion begeisterten Applaus.


 
Karfreitagsgottesdienst innerhalb der ION 2009:

Mittelbayerische Zeitung: 14. April 2009

Vorfestival der Internationalen Orgelwoche besticht mit hochkarätigen Konzerten

Zum Auftakt der „Osterfesttage“ am Karfreitag verzauberte der Egidienchor unter Leitung von Pia Praetorius mit „Membra Jesu nostri“ von Dietrich Buxtehude die barocke „Kunstkirche“ St. Egidien mit wundervollen Kantaten über die allerheiligsten Gliedmaßen unseres leidenden Jesus. Neben der sängerischen Leistung sprühten auch die Barockinstrumentalisten nicht zuletzt aufgrund der einzigartigen Akustik vor musikalischer Leidenschaft und Hingabe.


Mozart getanzt 2008

Nürnberger Nachrichten, 06.10.2008:
Spektakuläre Inszenierung
«Mozart getanzt»: Gelungenes Gesamtkunstwerk in St. Egidien
«Mozart getanzt» gab es an zwei Abenden in der Nürnberger Egidienkirche: Ein wunderbares
Gesamtkunstwerk aus gewaltiger Musik, Gesang, Tanz, Bühnenbild und Lichtführung.
Es kann für einen Choreografen zum Wagnis werden, einem sakralen Musikstück eine zweite Dimension durch die Übersetzung ins Medium Tanz zu geben. Doch was der Katalane Cayetano Soto und die zahlreichen Mitwirkenden aus Mozarts Messe c-moll in St. Egidien gestalteten, sprengte an Dichte noch den Rahmen, Mozart schlicht zu vertanzen. Das Publikum in der ausverkauften Egidienkirche konnte ein Gesamtkunstwerk mit allen Sinnen erleben. Die einzelnen Komponenten aus gewaltiger Musik, Gesang, Tanz, Bühnenbild und Lichtführung, Klang sowie barocker Kirchenraum fügten sich zu einem grandiosen Ganzen zusammen. ...
Sotos Choreografie sprüht vor einem Reichtum an
Bewegungsvariationen. ...
Unter der Leitung von Pia Praetorius entfalten die Mitwirkenden einen einzigartigen Klangteppich. Atemberaubend die Klangfülle des Egidienchors und der vier Solisten Heidi Elisabeth Meier, Monika Mauch, Rüdiger Ballhorn und Klaus Schredl. Gemeinsam mit dem
Orchester «L’arpa festante» entsteht ein Werk von ergreifender Intensität. In Verbindung mit dem Lichtdesign des amerikanischen Bühnenbildners Fred Pommerehn und dem barocken Kirchenraum ergibt sich unter der dramaturgischen Leitung von Nadja Kadel eine spektakuläre Inszenierung. Lang anhaltender Applaus.


Nürnberger Zeitung, 06.10.2008
Bestens disponiert erwiesen sich Egidienchor und Orchester, Heidi Elisabeth Meier und besonders Monika Mauch entfalteten Stimmkraft und Zartheit ihres Soprans.

Georg Friedrich Händel 
Operninszenierung Saul  2007

Nürnberger Nachrichten 24.9.2007
Interessant sieht das in ihrem Bühnenbild und im Lichtdesign von Lutz Deppe allemal aus: Die ganze Kirchenvierung wird von einer Bühne überspannt, Auftrittsmöglichkeiten gibt es von allen Seiten, durchscheinende Tuchbahnen gliedern den Raum und erlauben
dekorative Lichteffekte. Und es bleibt eine tadellose musikalische Umsetzung. Kantorin Pia Praetorius hat das Barockspezialisten-Ensemble «L’Arpa Festante» aus München geholt und feuert es vom Pult aus an, hat jedes Wort ihres Egidienchors auf den Lippen – auch der mit einer beeindruckenden Leistung. Vor vollem Haus ließ die musikalische Spannung über mehr als drei Stunden kaum nach. Für das geistliche Drama des Barock erwies sich Nürnbergs einzige Barockkirche als idealer
Spielort.
Nürnberger Zeitung vom 24.09.2007
«Das Auge freimachen, damit es besser hören kann» war der Bühnenarchitektin und Regisseurin hellsichtige Devise. Sehr sparsam ging sie mit Requisiten um, mied jegliche Bilderfülle. Mit transparenten Stoffbahnen zauberte Claudia Doderer mit Licht und Farben viel Atmosphäre in den sakralen Raum. Das verdeutlichte zugleich visuell die von Gefühlen und Leidenschaft redende Musik Händels. Auf der Bühne agierten mit sparsamen Gesten märchenhaft kostümiert (Achim Freyer lässt grüßen) die singenden Mitstreiter.
Kernig, griffig und expressiv ließ Pia Praetorius die historisch artikulierten Klänge des Münchner Barockorchesters L’arpa festante leuchten. Die Kantorin hatte «ihren» Händel wahrlich im Blut und in den Fingerspitzen. … Georg Friedrich Händels musikalische Porträtkunst feierte in der mit viel Sorgfalt vorbereiteten Aufführung Triumphe. Große Begeisterung beim Publikum.

Franz Schubert: Sinfonie h-Moll und Es-Dur Messe mit Videoprojektionen von Uli Sigg am 15. Oktober 2006
Nürnberger Nachrichten, 17. Oktober 2006Das „Ensemble Kontraste“ mit Konzertmeisterin Valerie Rubin ist ebenso exzellent präpariert wie der Egidien-Chor und die Solisten. … Einmal mehr bietet St. Egidien experimentell Spezielles – und ein Erlebnis, das die Fantasie anregt, die Sinne anspricht und dabei viel Raum lässt.

Nürnberger Zeitung, 17. Oktober 2006
Spätestens in Schuberts Messe in Es-Dur muss man Kantorin Pia Praetorius nicht nur für ihren künstlerischen Mut beglückwünschen, sondern auch zu ihrem Kammerchor, der an diesem Abend einfach eine atemberaubende Leistung zeigt. Vom butterweichen Piano bis ins emphatische Forte lässt sie Schuberts Seelenempfinden in der Messe mit größter Differenzierung durchscheinen. Für dieses Gesamtkunstwerk hätte man gerne einen Wiederholungstermin
weiterempfohlen.

Musik & Kirche, 01/ 2007Daher durfte gespannt sein, wer sich – nach einer Reihe ähnlicher Versuche in den vergangenen Jahren – in Nürnbergs kirchenmusikalischer Experimentierkirche (St. Egidien) einfand: zur Aufführung von Schuberts Unvollendeter und seiner Es-Dur-Messe, verbunden mit Videoprojektionen des Videokünstlers Uli Sigg. Vorneweg: Auch wer es in der vollbesetzten Kirche vorzog, zum Hören die Augen zu schließen, kam auf seine Kosten. … Höchsten Ansprüchen genügte auch der Egidienchor (ein Kammerchor), der bezüglich Homogenität und Klangintensität den Vergleich mit der Referenz-CD-Einspielung der Es-Dur-Messe des Stuttgarter Kammerchors unter Frieder Bernius nicht zu scheuen braucht.
Claudio Monteverdi Marienvesper  2005
mit einer Licht- und Bühneninstallation von Fred Pommerehn

Nürnberger Nachrichten, 5. Oktober 2005
Mit ihrer glanzvollen Aufführung in St. Egidien setzte Pia Praetorius die Intentionen Monteverdis in hervorragender Weise um. ... Bestechend die souveräne Bewältigung der stimmtechnisch außergewöhnlich schwierigen Partien durch das Solisten-Ensemble ... Klangschön, in klarer Intonation und beweglicher Dynamik sang der durch Praetorius bestens vorbereitete, nur rund dreißig Sänger zählende Egidienchor, deren Leiterin die Aufführung zu einem Höhepunkt der eben begonnenen Nürnberger Konzertsaison führte.

Nürnberger Zeitung, 5. Oktober 2005

Euch zeig ich’s allen, muss sich auch Pia Praetorius gedacht haben und präsentierte eines der Großwerke geistlicher Musik in einer Form, von der nicht nur die anwesenden Zuhörer noch lange schwärmen werden. … Doch das wirklich Spektakuläre spielte sich an diesem Abend in der ausverkauften Egidienkirche gleichwohl in der Musik ab...die rotgewandete musikalische Leiterin hat nicht nur eine exzellente Orchesterfamilie um sich geschart, die auf ihren historischen Instrumenten einen ungemein lebendigen Eindruck hinterlässt, ... Ein großes Kompliment verdient der von Pia Praetorius sehr gut eingestimmte Egidienchor, der über alle Etappen der Aufführung stets hellwach agierte, als zweigeteilter Chor die komplexe Mehrstimmigkeit auch in den blühendsten Augenblicken beeindruckend inszenierte und durch seine Fähigkeit zu vielseitiger Charakterisierung gefiel. Magnificat? Magnifico!

Chornacht – Konzert Nürnberger Chöre 2004
NZ 26.7.2004
Und so konnte sich auch das Gratisangebot einer „Langen Chornacht“ trotz unverblümten Hinweises auf seine Gesamtdauer von vier Stunden eines überraschend hohen Publikumszuspruchs erfreuen. Schließlich gibt es nicht alle Tage die Gelegenheit, insgesamt acht verschiedene Chöre der evangelischen Kirchenmusikszene an einem Ort versammelt zu hören.
Zur angenehmsten Endeckung geriet der Beitrag, den St. Egidien mit seiner Kantorin Pia Praetorius darbot: Ihr Egidienchor lieferte hochintensive und doch geschmeidige Version der Bach’schen Motettenkunst „Jesu meine Freude“. Berührend auch die vom Engelschor dargebotene Referenz an das Spätwerk Leonhard Lechners und seine „Deutschen Sprüche“.
Petr Eben Jeremias  2003
Kirchenoper nach Texten von Stefan Zweig
NZ 22.9.2003
Eben hat ein hochemotionales Kunstwerk komponiert, das gleichermaßen bedrückend wie voller Hoffnung ist. Regisseur Carlos Manuel und Lichtdesigner Fred Pommerehn haben den sparsamen Stil der Musik, die von dem kleinen Ensemble umso großartiger gestaltet wird, in ebenso einfache wie farbige Bilder umgesetzt. Da schweben blaue, grüne und rote Tüten wie hoffnungsvolle Gedankenwolken in dem hohen Kirchengewölbe, werfen, von bunten Lampen angestrahlt, ein Geflecht von Schatten an die Wände, um am Ende, zerstört von den Soldaten, langsam zu Boden zu sinken. Pia Praetorius, die Kirchemusikerin von St. Egidien, führt ihr Ensemble voller Verve und Engagement.

Nürnberger Nachrichten, 22. September 2003
Experiment geglückt: Petr Ebens "Jeremias" in der Nürnberger Egidienkirche - Gezielt dosierte Effekte unterstreichen die Aussage
Mit ganz schlichten Symbolen in Material und Licht haben Carlos Mauel und Fred Pommerehn die Kirchenoper in fünf Bildern "Jeremias" aufbereitet....So dynamisch wie Egidienkantorin Pia Praetorius das Projekt angeschoben hatte, leitete sie von ungewohnter seitlicher Warte aus die engagiert zu Werke gehenden Mitwirkenden. Auch wenn die Inszenierung - bedingt durch die Thematik und ihre Verarbeitung im Stück - etwas oratorisch ausfiel, so kann dieses "Oper in der Kirche" - Experiment doch als erfolgreich gelten.Das Publikum sah es jedenfalls so und bedankte sich bei allen Beteiligten mit langanhaltendem Beifall.

Kulturbilanz 2003 – Umfrage der Abendzeitung zu den herausragenden Kulturereignissen 2003  in Nürnberg
AZ  31.12.2003
Friedhelm Kröll (Dozent in Wien und Nürnberg):
Abseits vom bekannten Erwartungs- und Ereignisfahrplan verdient die Präsentation des „Jeremias“ von Petr Eben in der Egidienkirche Hervorhebung. Einstudiert und unter dem Dirigat von Pia Praetorius eine geglückte Aufführung, weil musikalische Interpretation und szenischer Verlauf stimmig; frei von Floskeln, Mätzchen und Gags.
 

Festgottesdienst schola cantorum nürnberg „Musica franconia“ 2002
Nürnberger Nachrichten 10.6.2002
Eine überaus gelungene Idee war es, die hohen künstlerischen Ansprüche auch in einem Gottesdienst zu realisieren. In der vollbesetzten Egidienkirche stand eine Mess-Liturgie aus der Zeit um 1580 des Dinkelsbühler Komponisten Michael Tonsor im Zentrum. Der von Pia Praetorius geleiteten schola cantorum nürnberg gelang bei allem Wohlklang eine lebendige Interpretation. Für Renaissancemusik ist der Gottesdienst vielleicht die angemessenere, auf jeden Fall die atmosphärisch dichtere Aufführungsform.
 
Stundenbuch – indische Kultmusik des 15. Jahrhunderts und Musik aus europäischen Klöstern – eine musikalische Reise durch den Tag zwischen Indien und Europa – 2002
Nürnberger Nachrichten, 7.10.2002
„Wenn altindische Tempelmusik authentisch in die Nürnberger Egidienkirche transportiert und mit deutscher Musica sacra aus mittelalterlicher Tradition konfrontiert wird, dann verheißt ein derart ungewöhnliches Programm eine globale Kulturbegegnung. Gemeinsam ist beiden Kontinenten die Theamtisierung der Tageszeiten. Dies neu zu entdecken und exakt gegenüberzustellen, war schon einen extravaganten Abend wert: mittelalterlich fromm und exotisch zugleich.


Amerikafestival 2001
NZ 24.9. 2001
Nachdenklichkeit beim musikalisch profilierten Abschlusskonzert der Amerika-Woche
Einen Höhepunkt setzte auch die Aufführung von Paul Hindemiths im US-amerikanischen Exil entstandenen Requiem. Die Interpretation unter der umsichtigen Leitung von Pia Praetorius betonte besonders die lyrischen Züge des Werkes. Mit Sigune von Osten und Matthias Horn hatte die Kirchenmusikerin profilierte Solisten gewonnen, auch die Koordination des Festivalorchesters gelang Dank ihres exakten Dirigats. Mit Transparenz und klarer Tongebung überzeugte der Kammerchor St. Egidien.
 


Bach Johannespassion 2000 
Nürnberger Zeitung, 4. April 2000„Und da ist es mehr als beachtlich, wie sich Pia Praetorius mit der Johannes-Passion einführt. Kammerchor in kleiner Besetzung, die Egidier Barockinstrumentalisten mit alten Instrumenten, eine Auswahl hervorragender Solisten sind die Ingredienzien für eine erfrischende, undogmatische Darstellung von Bachs großem Opus.

Konzert zum Stadtjubiläum 950 Jahre Kirchenmusik in Nürnberg

Nürnberger Nachrichten, 2. Oktober 2000
Ein ehrgeiziges und aufwendiges Projekt, das Nürnbergs musikalisches Gewicht in Vergangenheit und Gegenwart klingend bewusst machte. Und ein insgesamt gelungenes Unternehmen auf künstlerisch hohem, teils höchstem Niveau. Pia Praetorius hatte hervorragende Mitstreiter um sich versammelt: ... und ihre eigenen beiden Chöre – die schola cantorum nürnberg und den Kammerchor St. Egidien -, die sie in kurzer Zeit zu exzellenten, leistungsstarken Ensembles geformt hat. Die erfreulich zahlreichen Zuhörer quittierten die bemerkenswerte Leistung mit starkem Beifall.

Bruckner e-moll Messe & Strawinsky Messe 1999
Abendzeitung, 25. Juli 1999
Famose Mannschaft für die Barockkirche – Die neue Kantorin von St. Egidien lässt aufhorchen. ... Die Kantorin macht das in Nürnbergs einziger Barockkirche – mit historischen Instrumenten, für die sie bereits eine famose Mannschaft beisammen hat. Auch der Chor lässt keine Wünsche offen....Beherztes Musizieren, auch im Detail.

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Foto: Daniel Szemerédy
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